Väter & Söhne
Unter den Jüngeren ist er einer der Älteren. 1956 geboren, gehört Christoph Prégardien mit Thomas Hampson, Olaf Bär und Thomas Quasthoff zu jenen Liedsängern, die zwar schon im fünften Lebensjahrzehnt stehen, aber noch immer als "die Jungen" gelten. Ein merkwürdiges Phänomen – ein Phänomen, an dem sich vor allem eines ablesen läßt: wie stark "die Alten" gewesen sind. Dietrich Fischer-Dieskau, Hermann Prey, Peter Schreier (der, zwanzig Jahre älter als Prégardien, noch immer singend Maßstäbe setzt) – sie haben den deutschen Liedgesang über Jahrzehnte geprägt und dominiert.
Bedeutende, mächtige, vielleicht übermächtige Väter und Söhne, die aus dem Schatten heraustreten und ihren eigenen Weg finden müssen. Wie erinnert sich Christoph Prégardien an diesen heiklen Prozeß zwischen Nachfolge und Emanzipation? Wie hat er selbst den Umgang mit der Vätergeneration erlebt?
Als einer der herausragenden lyrischen Tenöre unserer Zeit arbeitet Christoph Prégardien mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, John Eliot Gardiner, Nikolaus Harnoncourt, Philippe Herreweghe und Christian Thielemann zusammen. Zu seinem Repertoire gehören neben den großen Oratorien und Passionen aus Barock, Klassik und Romantik auch Werke des 17. (Monteverdi, Purcell, Schütz) und 20. Jahrhunderts (Britten, Killmayer, Rihm, Strawinsky). Ganz besonders geschätzt ist sein Schaffen als Liedsänger. Regelmäßige Einladungen zu Liederabenden nach Paris, London, Brüssel, Berlin, Köln, Amsterdam, Salzburg, Zürich, Wien, Barcelona und Genf und zu Konzertreisen durch Italien, Japan und Nordamerika belegen das internationale Renommee des Tenors.
Sein Sohn Julian Prégardien begann seine musikalische Laufbahn bei der Limburger Dommusik. Beide verbindet künstlerisch die Oper Frankfurt, an welcher der Nachwuchskünstler momentan engagiert ist und wo auch der Vater seine Opernkarriere startete. Christoph und Julian Prégardien werden unter dem Titel Vater und Sohn Lieder von Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann und Brahms präsentieren.